Bost Berlin
Parkinn Hotel Alexanderplatz, Berlin TRITTSCHALLDÄMMUNG AUF HOHEM NIVEAU

Schlafen, während im Stockwerk darüber das Nachtleben tobt? Um in den Gästezimmern unter der neuen Bar- und Restaurantetage des »The Westin Leipzig« einen ruhigen Aufenthalt zu gewährleisten, wurden hohe Anforderungen an die Trittschalldämmung gestellt.

27 Stockwerke hat das Viersternehotel »The Westin Leipzig«. In der obersten Etage befinden sich auf 600 m2 Fläche die Falco-Bar und Lounge und das neu eröffnete Gourmet-Restaurant Falco – eines der besten Restaurants von Leipzig. Von hier aus haben die Gäste einen faszinierenden Panoramablick über die Stadt. Der neue Feinschmeckertreff bietet seinen Gästen neben kulinarischen Köstlichkeiten eines Sternekochs rund 500 verschiedene Weine zur Auswahl.

Das First-Class-Business-Hotel liegt im Herzen der sächsischen Metropole. Es gibt 447 modern ausgestattete Suiten, Einzel- und Doppelzimmer, 29 Tagungsräume, fünf Restaurants und Lounges. Mit der Etablierung eines Spitzenrestaurants über den Dächern der Stadt ist die Attraktivität des Hotels deutlich gestiegen. Vor dem Umbau befand sich in der obersten Etage lediglich eine kleine Panorama-Bar. Der Rest der Fläche wurde als Lagerraum für die Haustechnik genutzt. Im Zuge des Umbaus ist die gesamte Etage entkernt und komplett saniert worden. Es wurden Wände durchbrochen und Teile der Fassade geöffnet. Das Gebäude stammt aus Zeiten der DDR – ein genauer Aufbau des Bodens war nicht bekannt. Und so sind in einem ersten Arbeitsgang bis auf die 15 cm starke Stahlbetondecke sämtliche Fußbodenbeläge und der konventionelle Zementestrich entfernt worden. Michael Kleine, Verantwortlicher des Bauherren: »Der Umbau ist ein absoluter Erfolg. Wir haben über die gesamte Fläche hervorragende Schallschutzeigenschaften erzielt, die deutlich über den Anforderungen der DIN 4109 – Schallschutz im Hochbau – liegen.« Auch wenn in den Bars das nächtliche Leben tobt, können die Hotelgäste in den darunter liegenden Zimmern und Suiten in Ruhe schlafen.

Das Knauf-Perlite-Bodensystem, bestehend aus Trockenschüttungen, Mineralwoll-Trittschalldämmplatte und Aquapanel-Cement-Board-Floor, ist mehrfach geprüft und zertifiziert.

Messungen vor Ort

Mit diesem Zementstrichsystem lassen sich auf Massivdecken Trittschalverbesserungsmaße bis zu 29 dB erzielen. Prüfungen der Ingenieurgesellschaft für technische Akustik ITA belegen, dass durch eine weitere Gewichtserhöhung der lastverteilenden Schicht (Trockenestrich) der Trittschall nochmals reduziert werden kann. Um die hohen Anforderungen des Bauherren an den Luft- und Trittschallschutz sicher zu erfüllen, hat das Ingenieurbüro für Schallschutz, Leipzig, Messungen unter den konkreten Bedingungen vor Ort durchgefährt. Auf der vorhandenen Rohdecke wurden zwei Bodenaufbauten mit jeweils vier verschiedenen Auflagen (Stabparkett, Textil, Keramik und Naturstein) gemessen. Je nach Anforderungen an Schallschutz, Aufbauhöhe und Statik wurde dann der passende Bodenaufbau eingesetzt.

80 bis 100 m Estrichaufbau – hohe Trittschalldämmung

Als Basis sind auf der Rohdecke 30 mm neuer Estrichbeton aufgebracht. Es folgt eine Schicht mit 22 bis 42 mm Nivoperl-Trockenschüttung. Bei Nivoperl handelt es sich um geblähtes Perlit, das mit Paraffinharz ummantelt ist. Die Ummantelung bewirkt, dass sich die Trockenschüttung unter leichtem Flächendruck zu einer stabilen und homogenen Dämmschicht verdichtet und damit die Anforderungen nach DIN 18560-2 – Ausgleichsschicht in gebundener Form – erfüllt. Oberhalb der Trockenschüttung liegt flächendeckend die Trittschall-Dämmplatte Fasoperl-TS (12-1 mm stark). Die Dämmplatte besteht aus Mineralfasern nach DIN EN 18162 und ist unterseitig mit Glasvlies kaschiert. Sie ist vielseitig einsetzbar, einfach zu verlegen, hoch wärmedämmend und nicht brennbar A2 nach DIN 4102. Zwei Lagen des zementgebundenen Estrichelements Aquapanel-Cement-Board-Floor bilden verklebt und verschraubt den Abschluss des Estrichaufbaus. Unter dünnschichtigen Bodenbelägen wie Teppichen ist bauarttypisch zusätzlich Aquapanel-Fließspachtel zum Einsatz gekommen, mit dem Unebenheiten ausgeglichen werden.

140 mm Estrichaufbau – sehr hohe Trittschalldämmung

In höher beanspruchten Bereichen ist Estrichbeton die Trittschalldämmplatte und der Fließspachtel identisch wie beim 80 bis 100 mm Estrichaufbau verwendet worden. Unter den zwei Lagen des zementgebundenen Estrichelements ist jedoch zusätzlich eine Schicht Aquapanel TE in 25 mm Stärke verlegt worden. Die Trockenschüttung liegt in einer Schicht von 30 mm mit einer flächenbezogenen Masse von circa 4,6 kg/m2.

Anwendungstechniker Rainer Völkner, Knauf Perlite: »Mit dem Einsatz unseres Bodensystems sind auf Massivdecken sehr hohe Trittschallverbesserungsmaße realisierbar. Dies ist mit dem hohen Gewicht der zementgebundenen Trockenestrichelemente zu erklären.« Ein Fußbodenaufbau mit konventionellem Zementestrich, der gleiche Schallschutzanforderungen erfüllt, hätte mit Trocknungszeiten von vier bis fünf Wochen eine deutlich längere Bauzeit erfordert. Zudem wären die Deckenlasten für dieses Objekt zu hoch gewesen. Das Bodensystem erfüllt voll die Erwartungen der Bauherren: kurze Umbauzeiten, hoher Schallschutz, sicherer Brandschutz und ein für verschiedene Beläge geeigneter Untergrund.

Hotel & Technik, 05/2006

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